Wie alles anfing

1978 - alternative Gruppen und Projekte schießen wie Pilze aus dem Boden, der Club ist zur Abwechslung mal wieder in der Bundesliga, die SpVgg Fürth dümpelt irgendwo umher und vom TSV Vestenbergsgreuth hat kaum noch jemand irgendetwas gehört - die Zeit ist reif für den alternativen Bildungsverein "Volksschule", seine Fußballmannschaft zu gründen.

Und der Auftakt hätte nicht besser sein können: In einem grandiosen Freundschaftsspiel wird eine brasilianische Studentenauswahl mit 3:2 bezwungen.

Wir sprachen mit Manfred "Hähnchen" Kohl, dem einzigen noch aktiven Gründungsmitglied.

Wer und was war eigentlich die Volksschule?

Grundidee der Volksschule war es, politisch und kulturell interessierten Erwachsenen ein Forum zu bieten, mit anderen Interessierten gemeinsame Projekte durchzuführen. Wesentlicher Schwerpunkt neben Arbeitskreisen über philosophische und politische Themen waren verschiedenste Sprachkurse, in denen – alternativ zur damaligen Erwachsenenbildung - der Spaß am Lernen sowie das Kennenlernen des betreffenden Landes im Mittelpunkt standen. Da gehörte es dazu, dass viele Kurse gemeinsame Fahrten nach Italien oder Frankreich veranstalteten oder wenigstens regelmäßig zusammen kochten.

Wie fing es mit der Vulkan-Fußballmannschaft an?

Als Gegenpol zu den doch eher intellektuellen Ansprüchen der Gründer bildeten sich nach und nach verschiedene Gruppen mit dem Schwerpunkt körperliche Entspannung. Neben einer Theatergruppe, die im Laufe der Jahre vielbeachtete Opernaufführungen inszenierte, und einer Frauen-Gymnastikgruppe, trafen sich auch manche Freunde des runden Leders (Männer und Frauen) zum relativ regelmäßigen Freizeit-Kick. Der Spaß am Fußballspiel war enorm, und durch das positive Beispiel konnten bald weitere Freunde fürs Kicken gewonnen werden.

Erinnerst Du Dich an das erste Spiel?

Als wir Mannschaftsstärke für Kleinfeld erreichten (6 gegen 6) , wurde ein Spiel gegen die Desi vereinbart, schon damals auf unserem jetzigen Platz im Fürther Stadtpark Nach hervorragendem Spiel beider Mannschaften gewannen wir gegen unseren späteren Lieblingsgegner per Kopfball nach einer Ecke 3 Minuten vor Schluss mit 1:0. Der Jubel bei uns war natürlich unbeschreiblich, die Depression bei der Desi ebenfalls.

Was ist so schön an Vulkan, daß du seit 28 Jahren dabei bist?

Die folgenden Spiele waren nicht mehr ganz so erfolgreich, aber unser Spaß am Fußball wurde auch durch die eine oder andere Niederlage nicht getrübt. Das Sympathische an Vulkan war von Anfang an, dass es praktisch keine gegenseitigen Vorwürfe bei Fehlern gibt oder gab, und dass zu jeder Zeit auch weniger gute Spieler integriert wurden, trotz der damit verbundenen Beeinträchtigung der Spielstärke. Es kommt halt nicht nur auf den Sieg an.

Persönliche Wünsche für die Fußballzukunft?

Das Können hat leider gelitten und die mangelnde Schnelligkeit ist ein gewaltiges Problem, aber der Spaß am Fußballspielen ist geblieben und so freue ich mich auch weiterhin auf erfolgreiche Einsätze bei Vulkan.